Standort GDL Friedland der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen

Die Landesaufnahmebehörde Niedersachsen (LAB NI) verfügt über sechs Standorte, die im Wesentlichen der Erstaufnahme Asylsuchender dienen.

Bad Fallingbostel / Oerbke (Ankunftszentrum)
Bramsche / Hesepe (Ankunftszentrum und Erstaufnahmeeinrichtung)
Braunschweig mit Außenstelle Celle (Erstaufnahmeeinrichtung)
Friedland (Erstaufnahmeeinrichtung)
Oldenburg (Erstaufnahmeeinrichtung)
Osnabrück (Erstaufnahmeeinrichtung)

Nach Ankunft und Beginn der Asylverfahren in den Ankunftszentren werden Asylsuchende zur Durchführung erster Integrationsmaßnahmen in die Erstaufnahmeeinrichtungen verteilt. Von dort erfolgt die kommunale Verteilung. Ausgenommen davon z.T. sind Asylsuchende, bei deren Asylverfahren behördlicherseits eine negative Perspektive angenommen wird.

Der Standort Grenzdurchgangslager Friedland dient als
- Landeserstaufnahmeeinrichtung für AsylbewerberInnen (EAE)
- Bundes- und Landesaufnahmestelle für SpätaussiedlerInnen und jüdische Zuwanderer
- Bundeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge im Resettlement und humanitären Aufnahmeprogrammen
Hier erhalten die unterschiedlichen Personenkreise Beratungs-, Betreuungs-, Informations- und Bildungsangebote durch die Caritasstelle, die Innere Mission (Diakonie) und die zuständigen Behörden, bevor sie nach kurzer Aufenthaltsdauer (wenige Tage bis hin wenigen Monaten) innerhalb des Landes Niedersachsen oder bundesweit weiter verteilt werden.

Das Grenzdurchgangslager Friedland wurde im September 1945 auf Anordnung der damaligen britischen Besatzungsmacht zur Durchschleusung und ersten Betreuung von Evakuierten und Flüchtlingen eingerichtet. Der Ort wurde gewählt, weil Friedland an der Schnittstelle der britischen-, amerikanischen- und sowjetischen Besatzungszone lag.
In der Folgezeit wurden neben den heimkehrenden Kriegsgefangenen die unterschiedlichsten Flüchtlingsgruppen aufgenommen. Darunter waren unter anderem Flüchtlinge aus Ungarn, die während des Aufstands im Jahre 1956 kamen, boat people aus Vietnam, Chilenische AsylbewerberInnen (1973), Tamilen aus Sri Lanka (1984), Albaner (1990), ebenso wie Flüchtlinge aus der ehemaligen DDR.
Ab 1950 begann über Friedland die Aufnahme von AussiedlerInnen, später von SpätaussiedlerInnen. Insgesamt kamen seither mehr als 2,2 Millionen AussiedlerInnen über Friedland nach Deutschland. Die ersten AussiedlerInnen kamen aus Polen und der Sowjetunion, wobei die Zahlen insbesondere in den Jahren 1975 bis 1979 und 1988 und 1989  besonders hoch waren. Allein 1989 kamen mehr als 157.000 Menschen in Friedland an.
Die Aufnahme von SpätaussiedlerInnen begann 1990 und erreichte in den Jahren 2000 bis 2003 ihren Höhepunkt mit über 98.000 Menschen nur im Jahr 2001.
Das Grenzdurchgangslager hat sich in diesen Jahren den Namen “Tor zur Freiheit” erworben.