Familiennachzug ist unerlässlich für Integration

Der Hildesheimer Diözesan-Caritasdirektor Achim Eng kritisiert den von der CDU vorgelegten Antrag zur weiteren Aussetzung des Familiennachzugs für Flüchtlinge. Aktuell wird im Bundestag darüber entschieden. „Wenn wir jemanden aufgenommen haben, muss es auch möglich sein, dass sein nahes Umfeld  daran teilhat”, so Eng

Hildesheim, 29.01.2018. Leidtragende der aktuellen und geplanten Aussetzung des Familiennachzugs sind vor allem junge Menschen, die zum Teil bereits länger als drei Jahre ohne ihre Mutter oder ihren Vater in Deutschland leben, sowie Menschen ohne ihren Ehepartner oder ihre minderjährigen Kinder. Eng: „Die langjährige Trennung von Flüchtlingsfamilien ist verfassungswidrig und verstößt gegen Artikel 6 des Grundgesetzes.“

Auch eine Obergrenze für den Familiennachzug von 1000 Personen pro Monat, wie er im Sondierungspapier festgehalten wurde, lehnt Eng entschieden ab. „Die Zahl 12.000 jährlich ist entschieden zu niedrig. Uns überzeugt die Hochrechnung von PRO ASYL, die von 50.000 bis 70.000 Nachzugsberechtigten ausgeht.“

Das Grundrecht, als Familie zusammenzuleben, dürfe nicht kontingentiert werden. „Wer als Opfer vor Krieg und Folter flieht und Schutz erhält, kann und darf beim Familiennachzug nicht mit dem Hinweis auf eine bereits erreichte willkürlich festgelegte Obergrenze abgespeist werden.“ Dem stehe auch die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) entgegen.

„Wer einmal Zeuge einer Familienzusammenführung war und die Gefühle der Betroffenen erlebt hat, kann nur für eine menschenrechtskonforme Regelung eintreten. Familiennachzug ist das beste Mittel zur Integration“, so der Diözesan-Caritasdirektor.

Mehr Information: Celine Biesenkamp, Referentin für Migration und Integration, Caritasverband für die Diözese Hildesheim, Telefon 05121 938160, E-Mail: biesenkamp@caritas-dicvhildesheim.de

Veröffentlicht unter Caritasstelle