Vernetzungsfahrt für humanitäres Aufnahmeprogramm in den Libanon

Vier Mitarbeitende der Caritasstelle Friedland und der Diözesan-Caritasverbände Hildesheim und Osnabrück reisten vom 27. Februar bis zum 06. März in den Libanon, um sich mit den dort beteiligten Stellen über die Aspekte des Aufnahmeprozederes vor der Einreise und den Rahmenbedingungen des Aufenthalts in Deutschland auszutauschen. In ausführlichen Gesprächen mit dem Caritas Lebanon Migrant Centre, welches den Aufenthalt begleitete, UNHCR, IOM (International Organisation for Migration) und der Deutschen Botschaft erhielten sie weitreichende Informationen zum Situation der Flüchtlinge aus Syrien im Libanon, zur Auswahl der Flüchtlinge und der komplexen Organisation der Ausreise.

Der Libanon spielt als Nachbarland Syriens eine zentrale Rolle in der Flüchtlingsaufnahme seit Beginn des Krieges im Jahr 2011. Die dort tätigen staatlichen und nicht staatlichen internationalen sowie nationalen Akteure setzen Flüchtlingsregistrierung, Nothilfemaßnahmen und auch Umsiedlungen von Flüchtlingen in Drittstaaten um.

Die Bundesregierung hat mit dem Beschluss vom Mai 2013 zur humanitären Aufnahme von 5.000 Menschen aus Syrien über den Libanon den Anstoß für Resetttlement und humanitäre Aufnahme aus der Konfliktregion gegeben. Ein solch logistisch komplexes Programm erfordert ein hohes Maß an Interaktion und Vernetzung aller beteiligten Akteure, um die Auswahl, Weiterreise sowie Aufnahme und Neuansiedlung in Deutschland für die Flüchtlinge und aufnehmenden Kommunen erfolgreich durchzuführen.

Für die ausgewählten Flüchtlinge ist in Deutschland von den meisten Bundesländern ein zweiwöchiger Aufenthalt in den Erstaufnahmeeinrichtungen Friedland und Bramsche der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen vorgesehen. Die Beratenden der Wohlfahrtsverbände sind dort Begleiter und Kontaktperson der Flüchtlinge. Eine Hauptaufgabe der Wohlfahrtsverbände ist die Weiterleitung der Flüchtlinge an Beratungsstellen in den zukünftigen Wohnorten.

Bei dieser Arbeit spielen der Umgang mit den Erwartungen der Flüchtlinge und das Zurechtfinden in der neuen Umgebung/Kultur eine große Rolle. Hierbei treffen oft unterschiedliche Vorstellungen aufeinander. Um Missverständnisse zu vermeiden und einen optimalen Umgang mit den emotionalen Bedürfnissen der Flüchtlinge gestalten zu können, ist es wichtig zu verstehen, aus welcher Situation die Menschen nach Deutschland kommen. Hierbei können das Kennenlernen von Strukturen, dem Auswahlverfahren und Lebensbedingungen im Libanon, sowie der Kontakt zu den Mitarbeitenden der involvierten Akteure im Libanon zu einem besseren Verständnis führen.

Den Abschlussbericht über die Fahrt sowie eine Präsentation mit den wichtigsten Informationen werden Sie in Kürze auf dieser Seite finden.

Veröffentlicht unter Resettlement / Syrien